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Die Heiligsprechung Maria Gorettis

Am 24. Juni 1950 sprach Papst Pius XII. Maria Goretti auf dem Petersplatz in Rom heilig. Eine gewaltige Menschenmenge nahm an der außergewöhnlichen Feier teil; auch ihre Mutter Assunta erlebte die Heiligsprechung ihrer Tochter.
Historische Filmaufnahmen lassen dieses Ereignis bis heute unmittelbar lebendig werden: Man sieht den überfüllten Petersplatz, Papst Pius XII., die Prozession sowie Angehörige Maria Gorettis. Das folgende Filmdokument stammt aus dem Archiv von British Pathé:

„Himmel über den Sümpfen“ – ein früher Film über Maria Goretti

Bereits 1949, ein Jahr vor der Heiligsprechung Maria Gorettis, entstand in Italien der Spielfilm „Cielo sulla palude“ („Himmel über den Sümpfen“) . Regie führte Augusto Genina, die junge Inés Orsini verkörperte Maria Goretti. Der Schwarzweißfilm erzählt vom entbehrungsreichen Leben der Familie Goretti in den Pontinischen Sümpfen und führt schließlich zu den Ereignissen des Jahres 1902. Bemerkenswert ist die realistische Darstellung des bäuerlichen Milieus. Bei den Filmfestspielen von Venedig 1949 fand das Werk große Anerkennung; Genina erhielt später den Nastro d’Argento für die beste Regie. Besonders interessant ist der Film heute als Zeugnis der frühen Verehrung Maria Gorettis: Bei seiner Entstehung war sie seit 1947 seliggesprochen, die Heiligsprechung durch Pius XII. erfolgte erst am 24. Juni 1950. Der Film zeigt daher eindrucksvoll, welches Bild von Maria Goretti sich bereits unmittelbar vor ihrer Kanonisierung herausgebildet hatte.

Dokumentation über die hl. Maria Goretti

Diese Dokumentation stellt das Leben der hl. Maria Goretti (1890–1902) vor. Sie zeichnet ihre Kindheit und die schwierigen Lebensverhältnisse ihrer Familie nach und behandelt die Ereignisse, die zu ihrem Tod am 6. Juli 1902 führten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Alessandro Serenelli, seiner späteren Reue und der Vergebung, die Maria ihm auf dem Sterbebett zusprach. Die Dokumentation bietet einen kompakten Überblick über Maria Gorettis Biografie und die Gründe für ihre bis heute anhaltende Verehrung.

Johannes Paul II. zum 100. Todestag Maria Gorettis

Zum 100. Todestag der hl. Maria Goretti richtete Papst Johannes Paul II. am 6. Juli 2002 eine Botschaft an den Bischof von Albano. Darin erinnert er an Marias einfachen, aber tiefen Glauben, ihre Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen und ihre Verwurzelung in einer christlich geprägten Familie. Ausdrücklich greift Johannes Paul II. die traditionelle Bezeichnung Pius’ XII. auf, der Maria als die „kleine und sanfte Märtyrerin der Reinheit“ bezeichnet hatte. Zugleich legt der Papst einen besonderen Akzent auf ihre Vergebung gegenüber Alessandro Serenelli. Ihren Wunsch, ihrem Mörder zu vergeben und ihn im Paradies wiederzusehen, bezeichnet er als eine „spirituelle und soziale Botschaft von außerordentlicher Bedeutung“. Maria Goretti erscheint in der Botschaft damit nicht nur als Märtyrerin, sondern auch als Zeugin der Barmherzigkeit und Vergebung. Besonders den Jugendlichen stellt Johannes Paul II. sie als Vorbild eines konsequent aus dem Evangelium gelebten Glaubens vor.

Botschaft Johannes Pauls II. vom 6. Juli 2002 – Volltext